Kategorie: Presseartikel
Von: Leopold Kogler
Eine poetische Sommernacht
NÖN, 4. Juli 2011 - THEATERSOMMER / Die Haager Theaterproduktion „Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare punktet heuer mit ausdrucksstarken Akteuren und klugen Regieeinfällen.

Shakespeares „Sommernachtstraum" feierte am Mittwoch der Vorwoche beim Haager Sommertheater in moderner Fassung eine umjubelte Premiere. Im Bild: Die Feenkönigin Titania (Babett Arens) mit ihrem schrillen und lauten Gefolge.

Am Ende kommt doch zusammen, was zusammen gehört.

Der Streit von Titania (Babett Arens) und Oberon (Florentin Groll) bringt alles durcheinander.
FOTOS: FUCHS
STADT HAAG / Amüsante Beziehungsdramen spielten sich am Mittwoch bei der Theatersommer-Premiere zu Shakespeares „Ein Sommernachtstraum" am Haager Stadtplatz ab. Keine Gewitterwolken, keine Regentropfen, ein Bilderbuch-Sommerabend.
Dem Publikum tischte man einen Klassiker mit pulsierendem Gegenwartsbezug auf. Köstlich gleich zu Beginn die Tischsequenz, wo ein erlegtes Tier verspeist wird. Kurz danach beginnen die Neckereien der Verliebten, die vom zornigen Egeus unterbrochen werden. Dieser sucht Rat beim mächtigen Theseus, weil seine Tochter Hermia ihr Herz gegen den Willen ihres Vaters an Lysander verloren hat. Er soll ihr klarmachen, dass sie für Demetrius bestimmt sei. Hermia und Lysander wollen durchbrennen, Helena, die Demetrius Verfallene, nervt diesen fast bis zur Verzweiflung. Es kommt, wie es kommen musste, es kommt zum Kampf der beiden Liebestrunkenen. Eine Schlüsselszene von großer Dramatik NO-Versicherungs-Generaldirektor Hubert Schultes findet die Schauspielerriege überwältigend. Sein Herz fliegt den jungen Darstellerinnen Franziska Hackt als Helena und Magdalena Kronschläger als Hermia zu, und er findet Daniel Keberle als Puck besonders ergötzend. „Sein Mienenspiel, seine Gestik, seine Bühnenpräsenz sind ganz einfach Sonderklasse."
Felix Mitterer, der renommierte Dramatiker und Perlenreihen-gast, der sich selbst als Tiroler Heimatdichter und Volksautor bezeichnet, findet die Inszenierung von Bettina Hering wunderbar und köstlich. „Dem äußerst spielfreudigen Ensemble scheint die Geschichte mit der Botschaft, dass nun mal das Herz Trumpf bleibt, eine Herzensangelegenheit zu sein. Tolle Stimmen, flotte Choreografie, gefühlvolle Dynamik und viel, viel Poesie."
Großartig fanden viele Premierengäste den aus dem Fernsehen bekannten Wolfgang Lesky als Zettel, der mit seiner Leidenschaft überzeugt und sich neben Daniel Keberle als Publikumsliebling entpuppte. Beide Schauspieler bezeichnete MetropolChef Peter Hofbauer als einzigartig, und er lobte die insgesamt prächtige Charakterenbesetzung.
Ein großartiges Sommertheater. Tosender Applaus und stürmische Begeisterung.
