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01.07.2011 10:00 Alter: 5 Jahre
Kategorie: Presseartikel
Von: BERNHARD LICHTENBERGER

Lust- und Liebesturbulenz mit Elfen aus der Anstalt

OÖ Nachrichten, 1. Juli 2011, Seite 23 - Auf William Shakespeares poetischen Komödienklassiker „Ein Sommernachtstraum" stürzt sich der Theatersommer Haag - und fügt dem Stück ein paar schräge Blessuren zu, die aber nicht weh tun.


Zurückhaltung ist nicht die Stärke von Zettel, wenn er schauspielerisch dilettiert.
Foto: OÖ Nachrichten/Daucher

Die Lust- und Liebesturbulenz unter der Regie von Bettina Hering klebt nicht gefällig an der Zeit und schert sich wenig um höfisches oder zauberhaftes Ambiente. Blasbalgflicker Flaut fetzt behelmt und in Radler-Montur über die Bühne, Schneider Schlucker ist unzweifelhaft nach dem Schnittmuster des exzentrischen Modeschöpfers Rudolph Moshammer genäht. Die ausgeflippte Tüllröckchen-Elfenschar um eine schrille Titania erscheint, als wäre sie der Anstalt in „Einer flog über das Kuckucksnest" entlehnt.

Das dreistündige Herzens-Hin-und-Her (mit Pause) braucht seine Zeit, um in Schwung zu kommen. Doch kaum rotten sich die Grüppchen aus unterschiedlichen Beweggründen in Waldesnähe zusammen, nimmt das Stück Fahrt auf.

Das amouröse Tohuwabohu der jungen Garde gereicht noch nicht zum großen Glück. Dominic Oley übertreibt als Lysander, wo sich Sami Loris als Demetrius zu sehr zurückhält. Magdalena Kronschlägers Hermia wird von Franziska Hackls schöner Helena noch überflügelt.

Ein Sommernachtstraum: Theatersommer Haag, Regie: Bettina Hering (Premiere am 29. Juni) ******

Furios treibt die Handwerkstruppe mit Cornelia Köndgen (Squenz), Peter Drassl (Schnock), Stefan Laczkovics (Flaut), Josef Forster (Schlucker) und einem sich köstlich überschlagenden Wolfgang Lesky als Zettel ihr unbedarft-herzliches Spiel von „Pyramus und Thisbe" auf die Slapstick-Spitze.

Florentin Groll (Theseus/Oberon) ist gediegener Herzog wie fädenziehender Elfenkönig, Babett Arens (Hippolyta/Titania) vereint die unnahbare Amazone mit der launenhaften Herrscherin der Elfen.
Auf der von Martin Warth gezimmerten Bühne, die den Hof als aufgeblasene Tapete und den Wald als glitzernden Lamellenvorhang stilisiert, braust Daniel Keberle mit Vettel-Geräusch als fädenziehender Kobold mit schelmischer Hinterfotzigkeit in die Herzen des Publikums.

Karten: Tel. 07434 / 44600, www.theatersommet.at