Kategorie: Presseartikel
NACHGEFRAGT
NÖN, 28. Juni 2011 - GREGOR BLOÉB, Intendant des Theatersommers Haag, im Gespräch mit Thomas Jorda über sein Festival.
NÖN: Sie sind das dritte Jahr Intendant in Haag und immer noch glücklich?
Bloéb: Ja, sehr. Wir haben jetzt die Struktur geschaffen, mit der wir gut arbeiten können.
NÖN: Es gab bekanntlich Probleme mit der vorigen Geschäftsführerin.
Bloéb: Da haben wir uns ein Jahr lang getäuscht. Das ist ausgeräumt, Vergangenheit. Daran hab' ich auch gemerkt, dass ich in der Position des Intendanten neu bin.
NÖN: Sie kommen aus Tirol. Gefällt Ihnen Haag, weil's auch dort ländlich-sittlich ist?
Bloéb: Mir gefällt die Geschlossenheit. Haag ist eine relativ kleine Gemeinde, die trotzdem viel auf die Beine stellt. Es ist etwas gewachsen, und die Leute sind nicht nur stolz darauf, sondern sie pflegen es auch gut.
NÖN: Sie wirken sehr extrovertiert. Muss man als Intendant nicht harmonisierend und verbindend wirken?
Bloéb: Darin bin ich gut, weil ich die Menschen sehr gerne habe, und weil ich verstehe, wenn jemand mit Theater nicht so viel anfängt. Das kann ich nachvollziehen, weil ich selbst aus einer ländlichen Gegend komme. Aber in Haag sind immer mehr Menschen, die Respekt vor dem Theater haben - auch wenn sie es nicht sofort verstehen.
NÖN: Sie machen nach einer Boulevardkomödie heuer Shakespeares „Sommernachtstraum". Das ist keine nachvollziehbare Linie. Spielen Sie, was Sie gerade anspricht?
Bloéb: Das ist die Linie. Ich arbeite gerne genreübergreifend. Die einzige Voraussetzung ist, dass es ein gutes Theaterstück ist.
NÖN: Sie haben mit Nina Proll eine schauspielende Frau und mit Tobias Moretti einen schauspielenden Bruder. Werden sie die beiden einmal engagieren?
Bloéb: Ich bin dem nicht abgeneigt, weil beide ja sehr gute Schauspieler sind. Wir diskutieren das oft. Aber weil wir im Jahr nur ein Stück machen, ist es sehr schwierig.
NÖN: Wie lange werden Sie in Haag bleiben?
Bloéb: In zwei Wochen werden wir eine Entscheidung gefällt haben. Bestimmte Umstände müssen wir noch korrigieren. Davon hängt es auch ab, ob ich weitermache.
