Kategorie: Presseartikel
Von: Didi Rath
Ein Sommernachtstraum - Premierenfotos
Mostropolis, 1. Juli 2011 - Liebe contra Vernunft – ein zeitlos komödiantisches Liebesdrama
Im heurigen Stück, das einmal vorweg, ist wirklich für jede/n etwas dabei und selbst Theaterverweigerer, die es mit den Klassikern der Weltliteratur nicht so haben, finden Szenen, die gleichermaßen berühren und erheitern. Gar nicht verwunderlich, prallen doch in dem Stück drei völlig verschiedene Welten aufeinander - das Aristokratische am Hof von Athen, das Bodenständige in Form einfacher Handwerksleute, die sich zu einer illustren Laientruppe verwandeln sowie das mystische Elfenreich im Zauberwald. Intendant Gregor Bloéb hat in Bettina Hering eine rasante Regisseurin und feinfühlige Dramaturgin gefunden, welche die lyrischen Versmaße mit moderner Sprache in einer locker flockigen Leichtigkeit vermengt, das Ganze mit Popmusik unterlegt und mit grellen Kostümen und einer schrill-funktionellen Bühne (Martin Warth) aufpeppt, sodass man sich gerne in eine mehr als zweistündige „Reise ins Innere des Dichters“ (Zitat: George Tabori) hinein fallen lässt. Und wieder besticht das spielfreudige Ensemble durch einen komischen Rollentausch, wo einzelne Schauspieler bis zu vier Charaktere verkörpern müssen, was auch wieder konditionell einiges abverlangt. Wohl ob der Gunst der Rolle, sticht Wolfgang Lesky als Zettel/Pyramus ein wenig heraus, zumindest kann er die meisten Lacher beim Publikum einheimsen. Geschlossen stark sind die jungen Liebenden: Franziska „Helena“ Hackl, Magdalena „Hermia“ Kronschläger, Sami „Demetrius“ Loris und Dominic „Lysander“ Oley. Ausstrahlung und sonore Stimme verbindet Florentin Groll als Theseus/Oberon und Babett Arens besticht als liebestolle Titania ebenso wie als laszive Hippolyta. Unschlagbar als Elfen sind Cornelia Köndgen, Peter Drassl, Stefan Laczkovics und der Lokalmatador des Haager Theaterkellers Josef Forster. Als spritziger Kobold Puck brilliert ein pfiffiger Daniel Keberle.
Die Handlung
Nach dem Willen ihres Vaters wird Hermia daran gehindert, ihren Geliebten Lysander zu heiraten. Stattdessen soll sie einen anderen heiraten, doch weigert sie sich entschieden. Da auf eine solche Verweigerung des Willens in Athen die Todesstrafe steht, beschließen Hermia und Lysander zu fliehen. Jedoch wird eine Freundin, die schöne Helena, in den Plan eingeweiht. Da diese Demetrius liebt, den Mann, den Hermia heiraten soll, verrät sie den Plan umso in seiner Gunst zu steigen. Dieser Plan misslingt kläglich, denn Demetrius hat weiterhin nur Augen für Hermia. Noch unglückseliger wird die ganze Situation, als Oberon, der Herr der Feen das Paar im Wald trifft. Selbst im Streit mit seiner Frau Titania, beschließt er - durchaus ehrenwert - dem Paar zu helfen: Für Titania besorgt er ein Kraut, dessen Tropfen jeden in das erste Wesen verliebt machen, das ihm oder ihr erscheint. Leider vertauscht der beauftragte Puck die Paare, die inzwischen im Wald umherirren und so kommt es, dass Hermias Geliebter Lysander plötzlich wie irre hinter Helena her gockelt, die sich jedoch von allen verschaukelt fühlt. Währenddessen wacht Titania auf und schwelgt in frischer Liebe zu einem einfachen Handwerker - dank Puck mit Eselskopf.
Gespielt wird noch bis 6. August am Haager Hauptplatz. Die heurige junior-senior!Produktion „Drachendurst“ von Felix Mitterer feiert am 25. Juli Premieren. Im Rahmen der Perlenreihe gastieren heuer am 10. Juli Otto Schenk in „Die Sternstunde des Josef Bieder“, am 17. Juli Intendant Bloéb in „Never-Comeback-Show“, am 24. Juli Cornelius Obonya in „Cordoba – Das Rückspiel“ sowie am 31. Juli Erwin Steinhauer mit den OÖ Concert-Schrammeln in „Gemeindebau – 4 Uhr früh“. Die aus der TV-Show „Willkommen Österreich“ bekannte Band Russkaja ist am 7. August zu hören!
