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30.06.2011 09:30 Alter: 5 Jahre
Kategorie: Presseartikel

Pointenreich: „Ein Sommernachtstraum“ beim Haager Theatersommer

Tiroler Tageszeitung, 30. Juni 2011 - Haag (APA) - Mit William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ sind Intendant Gregor Bloeb und Regisseurin Bettina Hering beim Theatersommer Haag zur großen Weltliteratur zurückgekehrt.


Sie setzten auf der Bühne am Hauptplatz ein dreistündiges Spektakel mit vielen pointenreichen Einfällen in Szene. Das Premierenpublikum hat das Ergebnis am Mittwochabend vergnügt und reichlich akklamiert.

Ein wenig dauert es, bis die Sache in Schwung kommt, doch dann geht‘s flott dahin. Sogar die unsägliche Tapetenkulisse des unteren Bühnenteils macht einem Kunstrasen mit grünlichem Plastikplanenhintergrund Platz, vor dem sich ein tolles Treiben entwickelt, das auch grotesker Elemente nicht entbehrt. Die zappeligen Elfen etwa wirken in ihrer stereotypen tänzerischen Motorik wie fröhliche Autisten, die Bediensteten in ihrer Montur zeigen wiederum gar keine Mimik, ganz im Gegensatz zur schauspielernden Handwerkertruppe. Ein fantastisch verschworenes Quintett bilden Cornelia Köndgen (Squenz), Peter Drassl (Schnock), Wolfgang Lesky als herrlich outrierender Zettel, Stefan Laczkovics (Flaut) und Josef Forster (Schlucker) in ihrer jeglichen Dilettantismus auskostenden Darbietung von „Pyramus und Thisbe“.

Eher konventionell geraten da vergleichsweise die verliebten Paare: Magdalena Kronschläger und Franziska Hackl als Hermia bzw. Helena sind entzückend und werden sich wohl auch noch mehr freispielen, ebenso Dominic Oley und Sami Loris als Lysander und Demetrius. Vielleicht kommt in diesen Passagen die Poesie etwas zu kurz, wird allzu karikaturhaft das verwirrende emotionale Wechselspiel gezeichnet, in dem die jungen Leute gefangen sind. Ganz in seinem Element scheint Florentin Groll als Theseus/Oberon, verbindet die Würde des Herzogs mit dem listigen Charme des alternden Elfenkönigs. Babett Arens an seiner Seite (Hyppolita/Titania) ist seine herbe Gefährtin. Den meisten Beifall aber räumte verdientermaßen Daniel Keberle ab als langhaariger, sympathisch-verschmitzter Puck - ein Kobold voll vitalem Mienenspiel, Charisma und Empathie, auch überzeugend in kürzeren Auftritten als Vater Egeus und Zeremonienmeister.

Entbehrlich wirkt da nur der Laptop, den Puck gelegentlich zu bedienen hat. Sonst gibt es wenig zu bekritteln in dieser Produktion außer die unnötige Musikberieselung in der Pause und nach dem Stück sowie den altbekannten Umstand, dass der späte Beginn den aus Wien angereisten Gästen eine kurze Nacht beschert. Ergänzt wird das diesjährige Hauptprogramm durch Auftritte von Otto Schenk (10. Juli), Gregor Bloeb (17. Juli), Cornelius Obonya (24. Juli) sowie Erwin Steinhauer & die OÖ Konzertschrammeln, die Gruppe Russkaja besorgt das Abschlusskonzert am 7. August.

(S E R V I C E - Theatersommer Haag: William Shakespeare, Ein Sommernachtstraum. Aufführungen bis 6. August. Tickets: Tel. 07434 / 44600, http://www.theatersommer.at)