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12.07.2011 15:20 Alter: 5 Jahre
Kategorie: Presseartikel

Shakespeare in Haag: Mit der Elfen-Combo durch den Wald

Der Standard, 13. Juli 2011 - Rasant werden die Schauspieler durch Liebesverwirrungen und Elfenwelten getrieben.


"Der Vorsatz bleibt doch gut, wenn wir ihn nicht erfüllen." So leitet Shakespeare das Theaterspiel Pyramus und Thisbe der Handwerker-Laiengruppe ein. Die fünf - Squenz (Cornelia Köndgen), Zettel (Wolfgang Lesky), Schnock (Peter Drassl), Schlucker (Josef Forster) und Flaut (Stefan Laczkovics) - spielen zur Hochzeit des Athener Herzogs Theseus mit Hippolyta. Dieses schlechte, aber charmante Spiel-im-Spiel leitet das Ende des Sommernachtstraums ein und ist dessen komischer Höhepunkt. Bis dahin ist es in Haag ein kurzer Weg. Rasant werden die Schauspieler (Regie: Bettina Hering) durch Liebesverwirrungen und Elfenwelten getrieben. Für Doppeldeutigkeiten und poetischen Zauber bleibt da wenig Zeit. Dafür für Doppelbesetzungen in des Autors Sinn: Florentin Groll ist ebenso souveräner Oberon wie Theseus, Babett Arens darf als gefangene Amazonenkönigin zum Frühstück einen gerade erlegten Marder essen und als Titania mit ihrer wunderbar irren Elfen-Combo den Wald unsicher machen.

Im Zentrum stehen vier junge Liebende: Demetrius (Sami Loris) möchte Hermia (Magdalena Kronschläger) heiraten, sie aber liebt Lysander (Dominic Oley). Übrig bleibt Helena (Franziska Hackl), die Demetrius liebt. Eine Nacht im Wald verändert alles, trotz und dank Kobold Puck (Daniel Keberle). Shakespeares feine - auch (trans-)sexuelle - Andeutungen werden manchmal zu plumpen Schenkelklopfern: wenn etwa Thisbes Zunge in der "Spalte" der Mauer aufdringlich zuckt oder aus Bediensteten am Hof mit Häschen-Bommel am Hinterteil bestückte Damen werden. Schauspielerisch aber ist die Produktion hinreißend besetzt. (wkh, DER STANDARD - Printausgabe, 12. Juli 2011)

Haag, bis 6. August, in der Regel Do-Sa, 20.30